Den Penaltyfluch besiegt und 2 Punkte gewonnen

22.10.2022, 22:30

Der HCD lag in Lausanne meist in Führung, kassierte aber drei Minuten vor Schluss den Ausgleich und musste erneut via Verlängerung ins Penaltyschiessen. Da avancierte Enzo Corvi mit zwei verwerteten Penaltys zum Davoser Matchwinner.

Davos konnte in Lausanne nicht wie zuletzt erhofft auf die immer noch angeschlagenen Fora, Rasmussen und Senn zählen. Dazu fehlte erwartungsgemäss auch Leon Bristedt, der nach seinem Zusammenprall länger ausfallen dürfte. Noch länger als der Schwede wird Yannick Frehner dem HCD nicht zur Verfügung stehen. Der Stürmer musste sich in diesen Tagen einer Operation unterziehen. Nur Thomas Wellinger kehrte von der langen Verletztenliste zurück ins Lineup. So kamen neben dem 20-jährigen Verteidiger Tim Minder, der bereits seine dritte Partie in Folge bestritt, auch der gleichaltrige Stümer Gian-Marco Hammerer zu Eiszeit.
Die zahlreichen Absenzen und die Tatsache, dass nur vier Imports zur Verfügung standen, zwangen die Coachingcrew dementsprechend zu einigen Umstellungen. Schmutz rückte von der 4. in die 1. Linie neben Nordström und Knak. Sein Platz neben Chris Egli und Canova nahm Hammerer ein. Wellinger wurde neben Dominik Egli eingesetzt, deshalb bildete Paschoud neu mit Jung ein Verteidigerpaar.
 
Der HCD begann die Partie trotz diesen schwierigen Umständen ab dem ersten Bully mit viel Tempo und erspielte sich sofort einige gute Torchancen. Bereits in der 5. Spielminute wurde dieser Effort belohnt, als die dritte Linie eine Puckstafette über Ambühl, Prassl und Wieser erfolgreich abschloss. Davos war auch nach dem Führungstreffer die klar spielbestimmende Mannschaft. Es schien aber, dass beide Teams ab der Bündner Dominanz überrascht waren. Das Heimteam erstarrte zeitweilen beinah in der eigenen Defensive und die Davoser liessen in den Abschlüssen eine Prise Kaltschnäuzigkeit vermissen. Punnenovs im Lausanner Kasten stand im Dauerstress, musste aber im 1. Drittel keinen weiteren Treffer hinnehmen. Praktisch mit dem ersten gefährlichen Abschluss trafen dafür auf der anderen Seite seine Vorderleute in der 13. Spielminute zum Ausgleich. Fuchs hatte eine kurze Unsicherheit der Davoser Defensive im Nachstochern backhand ausgenützt.

Kaltschnäuzigkeit bewiess dann aber Nordström, der mit dem ersten Abschluss 33 Sekunden nach Wiederanpfiff den HCD erneut in Führung schoss (21.). Kurz danach wurde Wellinger, der eben erst von einer Hirnerschütterung genesen war, von Genazzi gegen den Kopf gecheckt. Die logische fünfminütige Davoser Überzahlphase überstand Lausanne ohne Gegentreffer, kurz nach Ablauf der Strafe nutzte aber Chris Egli einen Abpraller bei Punnenovs doch noch zum dritten HCD-Treffer (28.). Doch das Heimteam antwortete nur 13 Sekunden später mit dem Anschlusstreffer und war ab diesem Zeitpunkt dem HCD mindestens ebenbürtig (28.). Es entwickelte sich nun eine immer härter geführte Partie, bei dem es beide Mannschaften richtig krachen liessen. Die Folge waren einige Strafen, die aber vorläufig keine weitere Resultatsänderung bewirkten. Als beide Teams wieder in Vollbestand auflaufen durften, entwischte Nussbaumer mitten in einer Lausanner Druckphase und brachte solo den HCD wieder mit zwei Längen in Vorsprung (36.).
Das dies in dieser wilden Partie noch nicht die Entscheidung sein würde, war zu befürchten. Lausanne untermauerte dies nach der zweiten Pause bereits in der 44. Spielminute mit dem erneuten Anschlusstreffer. Bozon hatte nach einer schönen Puckstafette keine Mühe das leere Tor zu treffen. Das Heimteam wollte nun aber mehr und übernahm mit einem deutlichen Chancenplus das Spieldiktat. Aeschlimann stand mehr im Fokus als ihm lieb war und rettete ein fürs andere mal in höchster Not.
Doch gut drei Minuten vor Schluss konnte auch der Davoser Keeper den Ausgleich nicht mehr verhindern und so musste der HCD in seinem 13. Saisonspiel bereits zum fünften Mal in die Verlängerung. In dieser 5-Minuten-Zusatzschlaufe waren es nun wieder die Bündner, die das Spiel an sich rissen und vehement die Entscheidung suchten. Der erlösende Treffer wollte aber nicht mehr aus dem Spiel heraus fallen und so musste erneut (auch zum fünften Mal) das Penaltschchiessen entscheiden. Davos zeigte dabei in der Person von Enzo Corvi, der gleich zwei Mal traf, Nerven und holte sich verdient den zweiten Punkt.
Gleich nach dem Spielende reiste der HCD weiter nach Genf, wo am Sonntagabend um 20.00 Uhr der Leader auf die Bündner wartet.

Quelle: HCD-Onlineredaktion   Foto: Lausanne HC