
Der HCD auf Achterbahnfahrt
11.10.2022, 11:00
Die beiden Partien des HCD vom Wochenende glichen sich – allerdings mit unterschiedlichem Ausgang. Zuhause gegen Fribourg-Gottéron verloren die Davoser mit 2:3, nachdem sie ein 0:2 wettgemacht hatten. In Lugano wandelten die Bündner einen 0:2-Rückstand im Schlussdrittel in einen 3:2 -Sieg um.
„Das war wie auf einer Achterbahn“ fasst HCD-Stürmer Julian Schmutz am späten Freitagabend seine Eindrücke nach der 2:3-Heimniederlage gegen Fribourg-Gottéron zusammen. „Wir starteten ganz schlecht. Die Leistung im ersten Drittel war unsere schlechtestes in der laufenden Meisterschaft überhaupt. Erklären kann ich es mir nicht. Wir erzeugten Fehlpässe, gewannen keinen Zweikampf und standen viel zu weit auseinander. Da bestand ein Klassenunterschied zu Fribourg.“ Schmutz selber war es dann, der beim HCD die Hoffnungen zurückbrachte. In der Schlussminute des Mitteldrittels stürmte er solo auf den Freiburger Goalie Reto Berra zu. Im Nachschuss brachte er den Puck am Schweizer Nationaltorhüter vorbei ins Netz. Als Raphael Prassl 202 Sekunden vor Spielende seinen sensationellen Sololauf mit dem 2:2 krönte, war für den HCD wieder alles möglich. Doch statt das Unentschieden in die Verlängerung zu retten, kassierten die Bündner 72 Sekunden vor Ablauf des dritten Drittels das entscheidende 2:3. „Da verhielten wir uns etwas naiv. Wir wollten gleich noch den dritten Treffer erzielten, stattdessen kassierten wir ihn. So ist manchmal Hockey“, meint Schmutz.
Ein vorbildlicher Kämpfer
Trotz der letztendlich bitteren Niederlage tat Schmuz sein Treffer persönlich gut. „Ich bin froh, dass ich für einmal belohnt wurde. Ja, dieses Tor tat gut, denn oft werde ich ja abgeschossen, wenn ich mich in gegnerische Schüsse werfe“, bemerkt der nur 1,73 Meter grosse Stürmer. Er fällt beim HCD regelmässig durch seinen vorbildlichen Einsatz, seine Unerschrockenheit in den Zweikämpfen und sein Nie-Aufgeben auf. Mit Blick auf die Reise nach Lugano vom folgenden Tag sagt Schmutz schon am Freitagabend im Kabinengang: „Gegen Lugano müssen wir 60 Minuten lang besser agieren. Es gilt, das Gute aus dem Fribourg-Match mitzunehmen und daran anzuknüpfen. Gegen die Freiburger bewiesen wir Charakter. Da spielten wir im letzten Drittel, abgesehen vom ärgerlichen Gegentor, wirklich gut.“
Unwiderstehliches Schlussdrittel in Lugano
In der Tat traten die Davoser am Samstagabend von Beginn weg besser auf. Gleichwohl lagen sie in der Resega-Eishalle nach 40 Spielminuten mit 0:2 zurück. Geschuldet war dies primär Luganos Torhüter Mikko Koskinen. Im Schlussabschnitt hielt aber auch der finnische Weltklasse-Goalie dem Feuerwerk der Bündner – 21 Schüsse allein im dritten Drittel (!) – nicht mehr stand. Den Siegeswillen bezeugte Simon Knak beim 1:3. Der 20-jährige setzte nach und bezwang Koskinen im dritten Versuch (44.) Zwingend herauskombiniert waren die beiden weiteren Tore. Matej Stransky traf nach einem Zuspiel von Enzo Corvi (55.) Und Dennis Rasmussen vollendete die Vorarbeit von Knak und Leon Brisedt 224 Sekunden vor Spielende mit dem Siegtreffer. Es war im neunten Meisterschaftsspiel bereits das siebte Tor des Schweden.
Der HCD erkämpfte und erspielte sich den Sieg in Lugano im Schlussdrittel mit umgestellten Sturmlinien. Gegen Fribourg hatte man vergeblich auf Zeichen von der Bank gewartet. Da hatte es der Davoser Coaching-Staff nicht für nötig befunden, sein Team mit einem frühen Timeout aufzurütteln, obwohl das Startdrittel mit 3:12 Schüssen aufs Tor endete. Und die Spieler rächten sich auf dem Eis nach rüden Körperchecks gegen Thomas Wellinger, der mit einer Hirnerschütterung ausfiel, und Klas Dahlbeck nicht mit den Fäusten an den gegnerischen Tätern für ihre Teamkollegen.
Am Dienstagabend in Trinec
Für den HCD geht sein „Roadtrip“ nach dem Spiel in Lugano am Dienstagabend in Trinec in der Champions Hockey League weiter. Mit einem erneuten Sieg gegen den tschechischen Meister können sich die Davoser den Gruppensieg sichern. Für die CHL-Achtelfinals sind sie schon jetzt qualifiziert. Am kommenden Freitag setzt der HCD sein Meisterschaftsprogramm auswärts gegen die Rapperswil-Jona Lakers fort. Am Samstagabend folgt das Heimspiel im Davoser Eisstadion gegen den SC Bern. Tickets für diesen Klassiker sind online und an der Tageskasse erhältlich.
Quelle: Hansruedi Camenisch / Davoser Zeitung Foto: Maurice Parrée