Der HCD kam nach souveränem Auftakt noch ins Zittern

29.12.2024, 22:48

Der HC Davos hat sich am Sonntagabend mit einem letztendlich hart erkämpften 4:3-Sieg gegen Kärpät Oulu für den Halbfinal vom Montagabend qualifiziert. Dort kommt es zum Schweizer Duell gegen Fribourg-Gottéron.

In der Partie zwischen Davos und Kärpät Oulu kam es zu einem besonderen Legendentreffen: Auf der einen Seite HCD-Captain Andres Ambühl, auf der anderen Marko Anttila. „Büeli“ weist weltweit am meisten WM-Teilnahmen und WM-Spiele auf. Er ist Schweizer Rekord-Internationaler und hat schon jetzt mehr Meisterschaftsspiele in der obersten Schweizer Liga als jeder andere absolviert. Auch Anttila ist ein reich dekorierter Mann. Der Stürmer wurde mit Finnland 2022 Olympiasieger und 2019 sowie 2022 Weltmeister.

„Natürlich weiss ich, wer Andres Ambühl ist, schliesslich haben wir schon oft genug mit den Nationalmannschaften gegeneinander gespielt. Er ist ein grossartiger Spieler, und es ist auch schön für mich, dass jemand da ist, der noch älter ist als ich», sagte Anttila im „Blick“ mit einem Schmunzeln. Als der 39-jährige Finne hörte, dass der 41-jährige Ambühl kurz davor steht, seinen Vertrag beim HC Davos noch mal zu verlängern, zeigte er sich schwer beeindruckt: „Das zeigt, dass er besser ist als ich.“ Beeindruckt zeigte sich Anttila auch in seinen ersten Spengler Cup-Eindrücken. „Ich habe zuvor schon oft in der Schweiz Eishockey gespielt, aber noch nie in Davos. Es ist einer der schönsten Orte überhaupt, an denen ich je gespielt habe», geriet der 2,03 Meter grosse und 105 Kilo schwere Stürmer ins Schwärmen.

Den ersten Akzent in der Partie setzte dann ein anderer: Adam Tambellini. Der HCD-Kanadier schoss aufs Tor, setzte auf den Abpraller nach, drehte sich laufend um die eigene Achse und traf zum 1:0. Gespielt waren gerade mal 88 Sekunden. Die frühe Führung war natürlich ganz nach dem Geschmack der Davoser. Beflügelt auch durch den vorangegangenen 5:0-Sieg über die Straubing Tigers spielten sie bei ihren Angriffen selbstbewusst mit Schwung und gefälligen Kombinationen auf. Das offenbarte sich nach 20 Spielminuten im Schussverhältnis von 13:7. Der einzige Wermutstropfen war Filip Zadinas Ausfall mit einer Oberkörperverletzung schon nach fünf Minuten.

Zu Beginn des zweiten Drittels überzeugten die Platzherren in ihrem intensiven Vorwärtsspiel mit Effizienz im Abschluss. Innert gut sechs Minuten erhöhten sie den Vorsprung auf 4:1. Simon Knak verwertete einen Pass von Ambühl (23.), Tino Kessler legte für Oula Palve auf (25.), und Enzo Corvi nutzte im Powerplay ein Zuspiel von Tambellini zum vierten Treffer (29.). Während der gleichen Strafe gegen Miika Koivisto hatte 47 Sekunden vorher Julius Hormonen nach einem Davoser Fehler einen Shorthander erzielt. Die Gastgeber kontrollierten die Partie auch dank generösem Einsatz – bis Nico Gross überbordete und eine Fünfminutenstrafe kassierte. Mit nur einem Gegentreffer durch Patrik Virta hielten die Platzherren während der langen Unterzahlphase den Schaden in Grenzen. Doch nun waren die Souveränität und Leichtigkeit in ihrem Spiel weg. Mit seinem zweiten Treffer brachte Virta die Spannung definitiv zurück ins Spiel (48.). Mit Kampf und Krampf brachten die Davoser den knappen Vorsprung über die Zeit. HCD-Goalie Luca Hollenstein behielt die Übersicht auch in den letzten 90 Sekunden, als die Finnen mit sechs Feldspieler anstürmten.

Text: HCD-Onlineredaktion Foto: Keystone