
Ein verdienter und wichtiger Arbeitssieg im Jura
5.11.2022, 22:30
Der HCD hat am Samstagabend in Pruntrut gegen Ajoie nach einem 2:3-Rückstand mit 5:3 gewonnen. Das Davoser Rumpfteam überzeugte mit einer grossen Willensleistung und gefiel mit schönen Toren. Einen starken Rückhalt bildete Torhüter Gilles Senn.
Zur der schon seit geraumer Zeit bestehenden langen Verletztenliste im Sturm – unter anderen die beiden Ausländer Leon Bristedt und Dennis Rasmussen – kam beim HCD für die Partie gegen Ajoie auch noch ein Verteidiger-Notstand hinzu. Neben Michael Fora, Thomas Wellinger und Sven Jung fehlte neu auch Dominik Egli. Er war im Freitag-Match gegen die SCL Tigers im Schlussdrittel nach einem Zusammenprall mit Nolan Diem mit einer Schulterverletzung ausgeschieden. Auf dem Davoser Line-up figurierten mit Klas Dahlbeck, Magnus Nygren, Davyd Barandun und Claude Paschoud gerade noch vier erfahrene Abwehrspieler. Zu ihnen gesellten sich mit Tim Minder (20), Valentino Varano (18) und Denys Rubanik (21) drei Prospect-Spieler. Dennis Rubanik kam gar zu seinem National-League-Debüt.
Der HCD startete optimal in die Partie. Nach 195 Sekunden erzielte Matej Stransky im ersten Powerplay das Führungstor. Es war der neunte Saisontreffer des Tschechen und gar schon der 14. Assistpunkt von Vorbereiter Enzo Corvi. Zweiter Assistgeber war Joakim Nordström. Mit seinem ersten National-League-Tor überhaupt erhöhte Gian-Marco Hammerer in der 9. Minute den Vorsprung. Der 20-Jährige lenkte einen Schuss von Paschoud unhaltbar ab. Die Freude der Bündner war allerdings nur von kurzer Dauer. 53 Sekunden später nutzten die Jurassier die erste Überzahlphase zum Anschlusstreffer. Sie fanden nach der anfänglichen Überlegenheit der Gäste immer besser ins Spiel Die Folge war das 2:2 durch Thibault Frossard (14.) in einer Partie, die nun hin und her wogte.
Der Mittelabschnitt begann für die Davoser unglücklich. Barandun lenkte einen Schuss von Fabio Arnold ins eigene Tor ab (23.). Die Gäste benötigten einige Minuten, um sich von diesem Pech zu erholen. Erst Marc Wieser (31.) und Andres Ambühl (33.) erspielten sich wieder nennenswerte Torchancen. Dann setzte Joakim Nordström zum grossen Auftritt an. Von Paschoud lanciert, tankte sich der Schwede durch die Ajoie-Reihen und versetzte zur Krönung auch noch Ajoie-Goalie Tim Wolf, worauf er zum 3:3 einschoss. Dieser Treffer war typisch für die grosse Willensleistung der ganzen Mannschaft an diesem Abend. Für die Bündner kam es noch im Mitteldrittel gar noch besser. 71 Sekunden vor der zweiten Pause hämmerte Magnus Nygren den Puck nach Vorarbeit von Ambühl und Corvi zur 4:3-Führung ins Netz.
Im dritten Drittel brachten die Davoser ihren Vorsprung mit bemerkenswerter Abgeklärtheit über die Zeit. Sie beschränkten sich nicht auf eine destruktive Defensive, sondern nahmen jede Offensivmöglichkeit war. Das zahlte sich doppelt aus, indem Marc Wieser Wieser den Vorsprung in der 49. Minute ausbaute; er lenkte einen Nygren-Schuss zum 5:3 ab. Der auffallende Nordström liess sich bei diesem Treffer einen weiteren Assistpunkt gutschreiben. Bereits 193 Sekunden vor Spielende ersetzte Ajoie seinen Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Die Davoser hatten den Gegner nun aber auch so im Griff. Nicht zuletzt auch dank Torhüter Gilles Senn. Der HCD-Goalie zeigte generell eine sehr starke Partie und parierte insgesamt 35 Schüsse.
Nächste Woche ruht der Meisterschaftsbetrieb. Das bringt beim HCD Zeit für Erholung und Wundenpflege – aber nicht für alle. Sandro Aeschlimann, Andres Ambühl und Enzo Corvi bestreiten mit der Schweiz in Turku den Karjala Cup gegen Gastgeber Finnland, Schweden und Tschechien. Bei Dominik Egli stellt sich ein Fragezeichen, ob er mit seiner Schulterverletzung dem Aufgebot wird Folge leisten können. Ebenfalls in Finnland spielt hingegen Matej Stransky mit Tschechien. Beim HCD hofft man, dass bis zum nächsten Match – am 15. November in der Champions League um 19.45 Uhr zuhause gegen Tappara Tampere – mit Ausnahme von Yannick Frehner (Knieoperation) sämtliche zurzeit verletzten Spieler ihr Comeback geben können.
Quelle: HCD-Onlineredaktion Foto: Sandro Stutz