Finanziell gebeutelt aber mit vorsichtiger Zuversicht

13.9.2022, 10:00

Recht sonnige Aussichten, sofern keine unvorhergesehenen Ungereimtheiten auftauchen werden. So in etwa lässt sich die Situation des HCD nach der Generalversammlung von Hockey Club Davos AG und des Vereins Hockey Club Davos vom letzten Samstag im Kongresszentrum zusammenfassen.

163 Personen leisteten der Einladung zur Generalversammlung Folge. Gaudenz F. Domenig, Vewaltungsratspräsident der Hockey Club Davos AG, erklärte in seinen Lagebericht, dass man, was die sportlichen Belange betreffe, mit dem Erreichten zufrieden sei. Immerhin vermochte sich das HCD-Fanionteam mit etwas Glück und viel Willen für den Playoff-Halbfinal zu qualifizieren, wo dann gegen den späteren Schweizer Meister EV Zug Endstation war. Finanziell sei man auf gutem Weg gewesen, dann aber sei die Absage des Spengler Cup gekommen. Und zwar nicht wie im Vorjahr bereits einige Zeit im Voraus, sondern keine 24 Stunden vor dem ersten Puckeinwurf. Man könne deshalb auch diesmal sagen, dass die Pandemie den HCD erneut stark gebeutelt habe, stellte Domenig fest. 
Andrea Trepp, Präsident des Vereins Hockey Club Davos, konnte anschliessend ein positives Jahresfazit für den HCD-Nachwuchs ziehen. Die verschiedenen Nachwuchsteams hätten sich nach Startschwierigkeiten steigern können und schlussendlich zufriedenstellende Rangierungen erreicht. Ebenfalls zufrieden sein kann der Verein mit dem finanziellen Jahresergebnis, denn man konnte ein Plus von rund 4000 Franken erwirtschaften.

Verlust von 2,6 Millionen Franken
Die Stimmberechtigten segneten sowohl die Jahresberichte ab und erteilten den beiden Vorständen einstimmig Decharge. Danach begann der komplexere Teil der Generalversammlung. Denn jedermann im Saal war klar, dass die maroden Finanzen des HCD schnellstmöglich wieder ins Lot gebracht werden müssen. Für das letzte Jahr weist die Hockey Club Davos AG einen Verlust von 2,6 Millionen Franken aus. Ein noch viel schlechteres Ergebnis habe man nur dank Ausgabenreduktionen sowie insbesondere der grossen Unterstützung sämtlicher Stakeholder abwenden können, betonte Domenig. Nicht nur haben die verschiedenen Partner den HCD grosszügig unterstützt, sondern vor allem auch die öffentliche Hand. Nicht weniger als 7,7 Millionen Franken an Unterstützungsgeldern flossen in die HCD-Kasse. Trotzdem blieb ein negatives Eigenkapital von rund 450 000 Franken. Dieses galt es nicht nur durch die am Samstag traktandierte Aktienkapitalerhöhung wieder in die positiven Zahlen zu führen.  Da der Spengler Cup nicht durchgeführt wurde, war der Jahresumsatz auch heuer wieder untergewichtig: Er lag diesmal bei 22 Millionen Franken gegenüber 29 Millionen in normalen Jahren. Nur schon damit ist die finanzielle Schieflage erklärbar. 
In einem ersten Schritt war die Abschaffung der HCD-Vorzugsaktien sowie deren Umwandlung in Aktien des Typs C traktandiert. Zudem musste der entsprechende Artikel in den Statuten angepasst werden. Beide Vorhaben wurden von der Versammlung einstimmig angenommen. Auch die weiteren Schritte zur notwendigen Kapitalerhöhung wurden von den Anwesenden ohne Gegenstimme genehmigt. Läuft alles wie geplant, wird der HCD wieder über ein Eigenkapital von vier Millionen Franken verfügen. Gerne würde man aber wieder auf jene sechs Millionen kommen, welche die AG vor der Pandemie als Eigenkapital besessen hat. Domenig zeigte sich zuversichtlich, dass auch dieses Vorhaben in die Realität umgesetzt werden kann. Man sei diesbezüglich auf einem guten Weg, und auch der Saisonkarten-Vorverkauf für die neue Saison sei auf Kurs.

Hoffnung auf eine normale Saison
Die Zuversicht ist allerdings nur dann gerechtfertigt, wenn heuer auch tatsächlich sämtliche Anlässe ohne Abstriche durchgeführt werden können. Das heisst konkret, dass der Spengler Cup sowie das WEF 2023 ohne Einschränkungen durchgeführt werden können. Denn der HCD kann gewisse Räumlichkeiten während des WEFs vermieten, was willkommene Einnahmen generiert. Trifft dies alles ein und spielt der HCD eine erfolgreiche Saison – was hohe Zuschauerzahlen bringt – wird die Zukunft für die Hockey Club Davos AG recht rosig aussehen. Aber eben: Selbst die kleinste Erschütterung könnte das labile Finanzkonstrukt ins Wanken bringen und damit neue Probleme generieren. «Wir sind aber zuversichtlich, dass diesmal alles klappt», meinte Domenig.
Zum Abschluss wurden weitere Statutenänderungen beschlossen, so beispielsweise die Aufnahme eines Artikels zur Ethik-Charta von Swiss Olympic in die Statuten. Auch hier folgten die Stimmberechtigten den Ausführungen des Verwaltungsrats und genehmigten alle Vorlagen einstimmig. 
Unter Varia ergriff dann noch ein Aktionär das Wort und sprach verschiedene Aspekte an. Domenig gab Antwort und versuchte, die verschiedenen Sachverhalte aus seiner Warte zu erklären.

Quelle: Pascal Spalinger / Davoser Zeitung    Foto: Marcel Giger