Im Hexenkessel von Ambri bestehen

18.9.2022, 09:14

Der HC Ambri-Piotta gehört bei den Experten auch in der Saison 22/23 nicht zu den klaren Anwärtern auf einen Top-6-Platz. Doch mit smarten Transfers und ihrem bekannt starken Kollektiv dürfte es auch in dieser Saison schwierig werden, die Leventiner zu bezwingen. Vor allem in der Gottardo Arena. Dazu kommt das Momentum. Nach 2 Qualirunden stehen die Biancoblu mit 5 Punkten fast perfekt da.

Für den meistdiskutierten Abgang bei den Leventinern war nach der letzten Saison ausgerechnet der HCD verantwortlich. Schon Ende 2021 war klar, dass Ambri-Captain und Nationalverteidiger Michael Fora ins Landwassertal wechseln würde. Rund sieben Jahre lang war Fora im Fanionteam des HCAP aktiv, drei davon als Captain. Zum Abschluss führte er seine Mannschaft letzte Saison dank eines starken Quali-Finishs in die Pre-Playoffs, wo sich die Tessiner nur knapp dem Lausanne HC beugen musste. 
Danach machte sich Sportchef Paolo Duca auf die Suche nach einem neuen «Turm» für die Defensive und wurde gleich doppelt in der KHL und in Schweden fündig. Tim Heed (kommt von Spartak Moskau) und Jesse Virtanen (kommt von Färjestad) sichern nun für die Leventiner hinten ab. Dazu gelang es Duca auch, seine Offensive bemerkenswert zu verstärken. Mit Filip Chlapik und Michael Spacek konnte der HCAP zwei starke Tschechen für sich gewinnen. Der 25-jährige Chlapik durfte auch schon 57 Partien in der NHL absolvieren und war letzte Saison mit 70 Punkten in 53 Spielen bester Skorer der tschechischen Extraliga. Spacek, ebenfalls erst 25-jährig, liess letzte Saison bei Frölunda in der schwedischen SHL mit 46 Punkten in 49 Spielen aufhorchen. Großartige Statistiken der beiden jungen Tschechen, die zusammen alle Nationalstufen bei den Junioren durchlebten. 
Mit Inti Pestoni, André Heim, Dario Bürgler oder Dominic Zwerger war und ist der HCAP auch mit Schweizern gut besetzt. Diese waren es auch, die den Leventinern im ersten Saisonspiel auswärts gegen Fribourg-Gottéron die ersten zwei Punkte (2:1 n.V.) sicherten. Am letzten Samstag überrannten die Tessiner dann zu Hause den SCB. Fünf verschiedene Torschützen zeigen, dass Ambri’s Kollektiv funktioniert. Und dass die Gegner sich wappnen müssen, gegen den HC Ambri-Piotta 2022/23. 

Text: HCD-Onlineredaktion Bild: Maurice Parrée