
Mit grosser Moral noch einen Punkt erkämpft
19.11.2022, 22:45
Bis zur 51. Minute lag der HCD am Samstagabend in Zürich gegen die ZSC Lions scheinbar hoffnungslos mit 0:3 zurück. In einem grossartigen Endspurt glichen die Bündner dank Treffern von Marc Wieser, Simon Knak und Dennis Rasmussen noch aus. Schliesslich sicherten sich die Zürcher den 4:3-Sieg im Penaltyschiessen.
Mit Ausnahme des vorgesehenen Torhüterwechsels, Gilles Senn an Stelle von Sandro Aeschlimann, trat der HCD gegen die ZSC Lions mit dem gleichen Personal wie am Freitagabend in Freiburg an, also ohne Magnus Nygren, Dominic Egli, Thomas Wellinger und Yannick Frehner. Die Zürcher ihrerseits waren seit ihrem Champions-League-Einsatz bei der 4:5-Niederlage im schwedischen Skelleftea am Mittwochabend spielfrei. Sie spielten ihre grössere Frische, aber als einer der meistgenannten Titelkandidaten auch ihre spielerischen Qualitäten, gleich von Beginn weg aus. Ausgerechnet als die Davoser nach ihrer harzigen Startphase besser ins Spiel fanden, kassierten sie den ersten Gegentreffer. Simon Bodenmann traf unhaltbar, nachdem der Schuss von Alexandre Texier noch geblockt worden war (10.). Die Gastgeber blieben auch in der Folge spielbestimmend. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Marc Wieser kurz vor der ersten Pause.
Im Mitteldrittel verhielten sich die Davoser wesentlich mutiger. Sie hielten sich nun öfter in der Angriffszone auf. Gegen die kompakte ZSC-Abwehr gelang es ihnen jedoch weiterhin nur selten, sich in gute Abschlusspositionen zu bringen. Eine solche hatte etwa Raphael Prassl in der 32. Minute, kurz nachdem die Bündner auch ihre zweite Unterzahlphase unbeschadet überstanden hatten. Bezüglich Torschüssen lagen die Davoser im Mittelabschnitt gar mit 10:8 Torschüssen voran, doch die Platzherren erwiesen sich als wesentlich kaltblütiger. Willy Riedi lenkte den Puck nach einem Schuss von Mikko Lehtonen unhaltbar an Senn vorbei zum 2:0 ab (33.). Und 114 Sekunden vor der zweiten Pause erhöhte der amtierende finnische Olympiasieger und Weltmeister in den Reihen der Zürcher den Vorsprung gleich selber. Die Platzherren reagierten bei diesem Treffer blitzschnell von einem Fehler Michael Foras bei der HCD-Angriffsauslösung.
Im letzten Drittel klappte es bei Davos mit dem Toreschiessen plötzlich doch noch. Marc Wieser tankte sich 10 Minuten vor der Sirene auf der linken Seite durch, worauf er mit seinem achten Saisontreffer beim HCD Hoffnungen keimen liess (51.). Wenige Sekunden später verpasste Klas Dahlbeck mit einem Schuss harrscharf neben den Pfosten den Anschlusstreffer nur knapp. In der 58. Minute brachte Simon Knak nach einem idealen Querpass von Prassl die Bündner dennoch auf 2:3 heran. Und es kam noch besser. 15,9 Sekunden vor der vermeintlichen Schlusssirene glich Dennis Rasmussen für die Bündner aus.
Mit mutigem Vorwärtsspiel suchten in der Verlängerung beide Mannschaften die Entscheidung. Die Angreifer scheiterten aber an den beiden starken Torhütern Senn und Hrubec. Gilles Senn im HCD-Kasten zeigte nach seiner Verletzungspause erneut eine sehr starke Leistung und hatte die Verlängerung überhaupt erst ermöglicht. So musste das Penaltyschiessen über die Vergabe des zweiten Punktes entscheiden. In dieser Kurzentscheidung trafen Leon Bristedt und Enzo Corvi für den HCD, doch den Sieg sicherte Justin Azevedo den Zürchern mit dem letzten Penalty.
Der HCD wird auch in der neuen Woche ein Reisender ins Sachen Eishockey. Am Dienstagabend bestreiten die Bündner beim finnischen Meister Tappara in Tampere das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions Hockey League. Nach der 0:1-Heimniederlage benötigen die Davoser für den Vorstoss in die Viertelfinals einen Sieg mit zwei Toren Differenz. Auswärts gegen es danach für den HCD auch in der Meisterschaft weiter, nämlich am Samstagabend beim SC Bern. Die nächste Heimpartie folgt dann am Sonntagnachmittag um 15.45 Uhr im Eisstadion Davos gegen die Rapperswil-Jona Lakers.
Quelle: HCD-Onlineredaktion Foto: ZSC Lions