
Mit Zuversicht in die 6-Ausländer-Saison
6.9.2022, 11:00
Mit drei neuen Ausländern und einer noch stärkeren Defensive steigt der HC Davos in die neue Saison. Erstes Ziel ist die direkte Playoff-Qualifikation, das heisst ein Platz unter den ersten Sechs am Ende der Regular Season. Am letzten Wochenende ist der HCD mit zwei Siegen optimal in die Champions-League-Gruppenphase gestartet.
Noch in bester Erinnerung ist das Finale des HCD in der letzten Saison. Auf sensationelle Art bootete er im Playoff-Viertelfinal die Rapperswil-Jona Lakers nach einem 0:3-Rückstand in der Serie aus. Im Halbfinal fehlte danach jedoch die Kraft, um den nachmaligen Schweizer Meister EV Zug arg in Bedrängnis zu bringen. Nun ist der HCD breiter aufgestellt. Die Kräfte sollten folglich in der Qualifikation besser verteilt werden können.
Ein Spaziergang in die Top 6 wird es dennoch nicht. Die Karten werden bekanntlich vor jeder Saison neu gemischt. Während der HCD auf Kontinuität setzt, haben mehrere Konkurrenten massiv aufgerüstet, allen voran der SC Bern, aber auch HC Lugano. Neu dürfen in der National League pro Spiel sechs Ausländer eingesetzt werden. Der Ukraine-Krieg und der damit verbundene Abgang von Top-Spielern aus der KHL macht es möglich, dass sich viele prominente schwedische und finnische Akteure für einen Wechsel in die Schweiz entschieden haben. Der HCD stellt das schwedischste aller National-League-Teams. Mit den Verteidigern Magnus Nygren und Klas Dahlbeck sowie den Stürmern Dennis Rasmussen, Leon Bristedt und Joakim Nordström tragen gleich fünf Schweden die HCD-Farben. Weiterhin für Davos stürmt der tschechische Goalgetter Matej Stranksy.
„Zweieinhalb“ Neue für die Defensive
Wer im Schweizer Eishockey von ausländischen Spielern spricht, denkt primär an torgefährliche Stürmer und deren Skorerpunkte. Beim HCD fällt hingegen auf, dass er seine Defensive weiter verstärkt hat. Dabei kassierten die Davoser schon letzte Saison in der Qualifikation mit 125 Gegentoren am zweitwenigsten der ganzen Liga. Nur Fribourg-Gottéron kassierte noch einen Treffer weniger. Neu zum HCD stiess Ambris Captain Michael Fora. Der 26-Jährige wechselte als einziger aktueller Schweizer WM-Verteidiger innerhalb der Liga der Klub. Mit Klas Dahlbeck engagierte Davos zudem gezielt einen primär defensiv orientierten Abwehr-Allrounder. Mit diesen gefragten Qualitäten gewann der 31-jährige Schwede in den letzten vier Saison mit ZSKA Moskau zwei Mal den Meistertitel in der KHL, den Gagarin Cup. Weiter zeichnet sich in der HCD-Defensive das Comeback von Claude Paschoud ab. Verletzungsbedingt hatte er in den letzten drei Saisons jeweils einen Grossteil verpasst. In der Testspielen hinterliess Paschoud, der zurzeit mit einem Probevertrag ausgestattet ist, einen vorzüglichen Eindruck.
Im Tor setzt der HCD erneut auf sein bewährtes Duo Sandro Aeschlimann/Gilles Senn. Fast die Hälfte der nach dem Aufstieg des EHC Kloten nun 14 Teams umfassenden National League hat hingegen einen ausländischen (Spitzen-)Goalie verpflichtet. Aeschlimann war letzte Saison in der Regular Season der statistisch beste Torhüter der Liga. Im Mai gab er in Helsinki sein WM-Debüt.
Zwei neue Schweden im Sturm
Kontinuität zeichnet auch den Davoser Angriff aus. Zwei neue Ausländer sollten mithelfen, die Torgefahr und -produktion zu steigern. Leon Bristedt ersetzt dessen Landsmann Mathias Bromé, der in seine schwedische Heimat zurückkehrte. In der Meisterschafts-Vorbereitung bildete Bristedt gemeinsam mit Rasmussen und Stransky eine komplette Ausländer-Sturmlinie. Hochkarätig veredelt wurde das bewährte Sturmduo Andres Ambühl/Enzo Corvi mit Joakim Nordström. Der 30-jährige Schwede ist Weltmeister (2017) und Stanley-Cup-Sieger (2015 mit den Chicago Blackhawks). Er absolvierte insgesamt 490 NHL-Spiele und gilt als gewissenhafter Zweiwegstürmer mit schnellen Füssen und feiner Stocktechnik.
Quelle: Hansruedi Camenisch/ Davoser Zeitung Bild: Livia Mauerhofer/Südostschweiz