
Wir müssen Wege finden, um zu skoren
20.11.2022, 13:00
Es war schon vor den beiden 1/8-Final-Partien allen beim HCD klar, dass man mit der Top-Mannschaft Tappara Tampere nicht nur einen der ganz grossen Favoriten auf den diesjährigen CHL-Titel zugelost bekommen hatte, sondern auch, dass der aktuelle finnische Meister und letztjährige CHL-Finalist nur mit zwei «perfekten» Partien zu eliminieren ist.
Im Hinspiel am letzten Dienstag in Davos stellte sich der HCD dieser Herausforderung eigentlich mit Bravour. 59 Minuten und 55 Sekunden hielten die Davoser mit Tappara mit, spielten wie die Finnen defensiv perfekt und konnten sich auf eine Top-Leistung ihres Goalies verlassen. Offensiv nutzte man jede kleinste Chance, um in den Abschluss zu gehen. Nach 60 Minuten hatten die Statistiker 23 Davoser Torschüsse gezählt. Aber erstmals in dieser CHL-Kampagne verliess der HCD das Eis ohne Torerfolg.
Die Entscheidung zugunsten der Finnen fiel in der 33. Spielminute, als dem HCD in Überzahl erst ein dummer Scheibenverlust passierte und es danach nicht gelang, Petteri Puhakkas Abschluss zu blocken oder zu halten. Fünf fatale Sekunden, die den Finnen reichten, um das Hinspiel mit dem knappsten aller Resultate für sich zu entscheiden.
Ein Gegentreffer in einer solch hochstehenden Partie und gegen eine solche Top-Mannschaft darf aber durchaus als akzeptabel taxiert werden. Der Grund für die Niederlage lag nicht in der Defensive, sondern in der Offensive.
Vor allem im Schlussabschnitt, als sich der HCD eine optische Dominanz erarbeitete und zu einigen guten Torchancen kam, hätte der Ausgleich erzielt werden müssen. Doch Christian Heljenko, der im sechsten Spiel bereits seinen dritten Shutout realisierte, liess sich nicht bezwingen.
Einer der weiss, wie man gegen Tappara Spiele gewinnt ist HCD-Stürmer Leon Bristedt. Der Schwede hatte in der letzten Saison mit Rögle den CHL-Final gegen Tampere für sich entschieden und ist persönlich mit 12 Skorerpunkten (3 Tore/ 9 Assits) CHL-Topscorer geworden.
«Im dritten Drittel hatten wir genug Chancen, sind aber an einer perfekt strukturierten Mannschaft und ihrem Torwart gescheitert», sagte Bristedt nach der ärgerlichen Niederlage vom letzten Dienstag. «Nun müssen wir in Tampere Wege finden, um zu skoren». Die Davoser #67 blickt aber voller Zuversicht auf das Rückspiel in Finnland: «Es ist erst die Hälfte gespielt und wir haben noch 60 Minuten Zeit in Tampere. Wir werden alles unternehmen, um das Blatt zu wenden.»
Quelle: HCD-Onlineredaktion Foto: Maurice Parrée